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10 Thesen über die Zukunft des E-Learning


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10 Thesen über die Zukunft des E-Learning
Link- und Literaturtipps



1.) Wissen, was einst Ausdruck der Vernunftnatur des Menschen war, wird zur Ware.

Die Halbwertszeit des Wissens sinkt zunehmend: Abhängig von der Branche ist die Verdopplung von Wissen keine Sache mehr von Jahrzehnten, sondern von Jahren und Monaten. Die Entwicklung geht einher mit einer stetig wachsenden Spezialisierung von Unternehmen. Was Unternehmen im globalen Wettbewerb unterscheidet ist nicht mehr nur der Boden und Kapital, sondern das Wissen der Mitarbeiter, das so genannte „Intellectual Capital“.


2.) Medienkompetenz wird sich neben dem Lesen, Schreiben und Rechnen als weitere Kulturtechnik etablieren.

Medienkompetenz umfasst die Dimensionen Medienkritik, Mediennutzung, Medienkunde und Mediengestaltung. Mit der Ausbreitung des Internets wird der kompetente Umgang mit Neuen Medien immer wichtiger. Medienkompetenz wird daher als die zentrale Schlüsselqualifikation bezeichnet, um den Anforderungen und Herausforderungen, die der gesellschaftliche Wandel mit sich bringt, entsprechen zu können.


3.) Die betriebliche Triebkraft für E-Learning wird in Zukunft nicht mehr die IT-Abteilung sondern die Personalabteilung sein.

In der Vergangenheit war eine Vielzahl von E-Learning-Aktivitäten technologiegesteuert. Indiz dafür ist, dass in größeren Unternehmen häufig die IT-Abteilung bei der Einführung computergestützter Lernmethoden federführend war. E-Learning ist jedoch keine besondere Technologie, sondern eine besondere Lernmethode. Aus diesem Grund sehe ich die Verantwortlichkeiten für E-Learning im Unternehmen eindeutig in den Abteilungen, die auch bisher für die Aus- und Weiterbildung zuständig waren: die Personalabteilung.


4.) E-Learning wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Wissensmanagement bleiben.

In der Vergangenheit wurden die Ansätze Wissensmanagement und E-Learning häufig voneinander getrennt betrachtet. So wurden Lernprozesse die informell stattfinden und auf kommunikativen Austausch zwischen verschiedenen Rollenträgern einer Unternehmung beruhen, als Wissensmanagement bezeichnet, während unter E-Learning formelle Lernprozesse via Neuer Medien verstanden wurden. Nach meiner Auffassung ist Wissensmanagement ein übergeordnetes Management-Konzept, welches die Fahrtrichtung eines Unternehmens bestimmt. E-Learning ist eine spezielle Methode, mit der Wissensmanagement unterstützt werden kann.


5.) Das selbstgesteuerte Lernen wird für heutige und nachfolgende Generationen ein Selbstverständnis sein.

E-Learning-Projekte sind häufig an der mangelnden Akzeptanz bei den Lernenden gescheitert. Grund dafür ist, dass E-Learning hohe Anforderungen an die Lernkompetenz der Lernenden stellt, die gerade bei älteren Personen nicht unbedingt gegeben ist. Mit der Ausbreitung moderner IuK-Technologien, sind der globale kommunikative Austausch zwischen Individuen und die selbstgesteuerte Informationssuche (z.B. via www) eine Selbstverständlichkeit geworden. Aus diesem Grund sind gerade die Generationen, die mit diesen Technologien aufgewachsen sind, besonders empfänglich für E-Learning.


6.) Die Modularisierung und Austauschbarkeit von Content wird immer wichtiger, wodurch auch die Notwendigkeit für einheitliche Standards gegeben ist.

Aus Unternehmersicht wird es entscheidend sein, ob sich E-Learning gegenüber dem Präsenzunterricht als kostengünstiger erweist oder nicht. Es können jedoch nur dann Kosten gespart werden, wenn Inhalte nicht ständig neu produziert werden müssen, sondern wiederverwendbar und in verschiedenen Kontexten eingesetzbar sind. Voraussetzung dafür ist, dass Inhalte modularisierbar und auf Grund von Standardisierungen (z.B. SCORM, IMC, LOM …) austauschbar sind. Die Debatten um diese Standards sind demnach entscheidend für den ökonomischen Erfolg von E-Learning.


7.) E-Learning wird einen erheblichen Beitrag zur Bildung von Unternehmensidentitäten leisten und im Gegenzug dazu auf die Eingliederung in Prozesse der internen Unternehmenskommunikation angewiesen sein.

E-Learning-Inhalte können so angepasst werden, dass Fallbeispiele, Fragen, Hintergründe etc. auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sind. Damit kann E-Learning einen entscheidenden Beitrag zur Bildung und Festigung der Unternehmensphilosophie, in den Köpfen der Mitarbeiter, leisten. Voraussetzung ist jedoch, dass solche Projekte auch immer von Maßnahmen der internen Kommunikation begleitet werden, um die Mitarbeiter auf diese neuen Lernformen vorzubereiten (z.B. Beiträge in Unternehmenszeitung, Newsletter, Flyer).


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